Darstellendes Spiel (11-13)

IB Theatre (12-13)

DARSTELLENDES SPIEL

Das Fach wird an unserer Schule als Grundkurs in der 11. bis 13. Jahrgangsstufe angeboten. Das Unterrichtsfach unterscheidet sich grundsätzlich von der Arbeit in der AG durch einen festen Lehrplan, Klausuren, Benotung und die Arbeit in jahrgangsbezogenen Gruppen.

Wie in jedem anderen Fach auch gibt es hier Hausaufgaben, Theorie und intensive schriftliche Arbeit. Es werden u.a. Probentagebücher, Spielvorlagen, Regieanweisungen und Rezensionen geschrieben sowie Referate gehalten, recherchiert und präsentiert.

Und doch ist es anders als alle anderen Fächer. Wenn man Darstellendes Spiel wählt, muss man sich darauf gefasst machen, vor allem in dem großen Anteil an Praxis viel Neuem zu begegnen. Das fängt schon damit an, dass man hier manchmal die Schuhe ausziehen muss, dass alle manchmal die gleiche Kleidung tragen, es geht damit weiter, dass man oft von allen angesehen und beobachtet wird. Man darf kreativ sein, sich selbst ausprobieren, erste Auftritte versuchen und letztlich die Bühne genießen.

Es wird viel reflektiert und in der Reflexion bekommt man eine direkte Rückmeldung über die Wirkung der Darstellung. Alles passiert im geschützten Raum der Gruppe. Hier an der Schillerschule sind wir sehr stolz auf den freundlichen, sensiblen Umgangston, der in unserem Fach ganz besonders intensiv geschult und erlernt wird. Konstruktive Kritik äußern und Kritik annehmen, das müssen alle Schauspieler*innen lernen und können.

In unserem Fach gibt es besonders viel Gruppen- und Teamarbeit, es muss in einem hohen Anteil selbstständig gearbeitet werden. Gerade in der Praxis bestimmen die Teilnehmer*innen, wie intensiv geprobt und Darstellung entwickelt wird. Somit sind das Engagement und die Mitarbeit neben körperlicher, kognitiver, emotionaler und sozialer Kompetenz ein wichtiger Baustein in der Notengebung. Ebenso das Spiel an sich. Wichtig ist dabei, dass man lernt sich zu trauen, dass man hinter dem Schutz der dargestellten Figur auf der Bühne auch mal seine Komfortzone verlassen kann und beginnt, sich wirklich einzufühlen und ausdrucksstark zu spielen.

Wir entdecken zusammen die Zeichenhaftigkeit des Theaters und lernen zwischen Alltags- und Theaterhandlung zu unterscheiden. Wir gehen zusammen ins Theater, schauen uns an, was die Profis auf der Bühne und Backstage machen und haben die Möglichkeit, uns im schulischen Rahmen ebenfalls den Anforderungen einer Aufführung zu stellen. Unten findet sich eine kleine Auswahl der bisherigen Aufführungen in der Qualifikationsphase. Immer wieder ein sehr besonderes, berauschendes Gefühl, wenn alle mitziehen, durchhalten, Leidenschaften entwickeln, die vorher gar nicht da waren, und man zusammen den verdienten Applaus für die getane Arbeit bekommt.

Darstellendes Spiel schult u.a. Selbstkompetenz, kritische Selbstwahrnehmung und fördert Selbstsicherheit sowie Selbstbewusstsein. Und was besonders wichtig ist: Es macht SPASS.

Im Folgenden findet sich eine Übersicht über die Inhalte in den Jahrgangsstufen – weitere Details sind dem schulinternen KC im Anhang zu entnehmen.

Jahrgangsstufe 11 – Thema: Einführung in die theaterästhetischen Grundlagen

Man lernt in kleinen Modulen einzelne Bausteine der theaterästhetischen Grundlagen kennen und darf sie ausprobieren. Beispiele dafür sind Körpersprache, Bewegung, Sprache, Umgang mit dem Requisit, Raum, Dramaturgie, Medien. Einfache bis komplexe szenische Konzepte werden entworfen und realisiert. Präsentationen oder auch eine Werkschau sind hier möglich.

Jahrgangsstufe 12 – Thema: Text und Intention

Je nach Kurszusammensetzung und bestehender Situation wird in dieser Stufe eine Spielvorlage erstellt, ein Text ausgewählt oder aus unterschiedlichen Vorlagen zusammengestellt. Es wird recherchiert, interpretiert, viel geprobt und inszeniert. Im optimalen Fall steht hier das ganze Schuljahr für die Inszenierung zur Verfügung und das erarbeitete Ergebnis wird im zweiten Halbjahr aufgeführt.

Jahrgangsstufe 13 – Thema: Theaterformen gestern und heute

Natürlich erarbeitet man hier auch die Theorie, aber der praktische Zugang zu den Theaterformen der Vergangenheit und Gegenwart steht im Mittelpunkt. Meist wird eine Epoche, wie z.B. die Postdramatik, näher beleuchtet. Auch hier sind Präsentationen, evtl. auch Aufführungen möglich.

Beispiele für vergangene Aufführungen in der Qualifikationsphase der Schillerschule:

Schillermosaik, Theatersport (Schiller vs Gymn. Misburg), Leonce und Lena, Die Physiker, Sommernachtstraum, Romeo und Julia, Känguru Chroniken, Frühlings Erwachen, Die Welle, Die Bürgschaft, Viel Lärm um nichts, Handy Stories, Shoppen, Improbattle, Das Fest

IB THEATRE

Zudem bieten wir an der Schillerschule den IB-Kurs „Theatre“ an. Der Kurs kann im Rahmen des full diploma als standard level belegt werden und steht generell allen interessierten Schülerinnen und Schülern des IB offen.

 

Was ist der Unterschied zwischen „Darstellendem Spiel“ und dem „IB Theatre“-Kurs?

Während es im Fach DS hauptsächlich um das praktische Ausprobieren geht, steht im IB-Kurs die Frage im Vordergrund, wie das Theater generell als Kunstform, die es schon über 2000 Jahre gibt, funktioniert – und zwar nicht nur in Deutschland und Europa, sondern weltweit und quer durch alle historischen Epochen. Welche Schwerpunkte dabei gesetzt werden, entscheiden wir gemeinsam im Kurs. So kann es sein, dass man sich zum Beispiel mit dem elisabethanischen Theater Shakespeares genauso auseinandersetzt wie mit dem indischen Kathakali. Beides sind ganz unterschiedliche Traditionen, die unter dem Dach des Begriffs „Theater“ versammelt sind. Und gerade diese Bandbreite an unterschiedlichen Stilen und Traditionen gilt es kennenzulernen, um Theater als weltweit verbreitete Kulturtechnik zu verstehen.

Auch im IB-Kurs arbeiten wir natürlich praxisorientiert, allerdings nimmt die theoretisch-wissenschaftliche Arbeit hier einen etwas größeren Stellenwert ein.

 

An wen richtet sich der Kurs?

Der Kurs ist auf 2 Jahre angelegt und bereitet die Teilnehmer*innen auf das Ablegen der IB-Prüfungen vor. Daher richtet er sich in erster Linie an diejenigen, die „Theatre“ als ein standard-level-Fach für ihr IB-Diploma wählen. Es kann jedoch auch ein „certificate“ erworben werden. Unabhängig von den IB-Prüfungen lohnt sich der Kurs für alle Schüler*innen, die sich später vertieft mit dem Theater auseinandersetzen wollen, wie beispielsweise Theaterwissenschaftler*innen, Theaterpädagog*innen, Kulturwissenschaftler*innen oder Kultursoziolog*innen.

 

Brauche ich dafür Vorkenntnisse?

Wie in allen anderen Fächern der Qualifikationsphase wird mit Beginn des 12. Jahrgangs erwartet, dass die Teilnehmer*innen die Inhalte der Einführungsphase kennengelernt haben. Da viele jedoch dieses Jahr oder einen Teil des Jahres im Ausland verbringen, besteht nicht immer die Möglichkeit, Vorkenntnisse zu erwerben. In diesem Fall sollte man sich darauf einstellen, dass zu Beginn des Schuljahres ein kleiner Crash-Kurs (Was ist Theater? Wie funktioniert Theater als Zeichensystem? Was zeichnet modernes Theater aus?) im Unterricht stattfindet, bevor wir mit der eigentlichen Arbeit beginnen. Viel wichtiger wäre in diesem Zusammenhang, dass man eine große Portion Neugier und Offenheit mitbringt.

Wie sieht es mit dem Arbeitspensum aus?

Der Kurs ist als dreistündiger Grundkurs angelegt und findet im Block (dreistündig am Nachmittag) statt, damit wir ausreichend Zeit haben, Projekte zu entwickeln, Szenen zu spielen und Ideen zu besprechen. Hinzu kommt Zeit für gemeinsame Theaterbesuche, Expertengespräche und Workshops. Um dies zu kompensieren, ist jedoch die Hausaufgabenmenge sehr überschaubar.

Ist es sinnvoll, den Kurs für zwei Semester zu belegen?

Der Kurs dient in erster Linie der Vorbereitung auf das IB und ist auf vier Semester angelegt. Wer den Kurs nur für zwei Semester wählt, muss damit rechnen, dass er*sie eventuell Aspekte kennenlernt oder erprobt, die erst zu einem späteren Zeitpunkt ihre volle Relevanz erhalten, z.B. im Rahmen der IB-Prüfungen. Unabhängig davon sind die einzelnen Semester jedoch thematisch abgeschlossen und der Kurs kann auch für zwei Semester belegt und als Grundkurs DS angerechnet werden. Daher empfehlen wir Interessierten meist den Besuch des regulären DS-Kurses, wenn man das Fach im Rahmen seiner Belegverpflichtungen abdecken möchte.

 

Weiterführende Informationen

Shoppen – das Theaterstück des DS-Kurses Jg. 11 von Frau Szagun (Schuljahr 2017/2018)

Karina und Sebastian berichten aus ihrem DS-Kurs:

HALLO, ICH SUCHE DIE LIEBE!

Ein leidenschaftliches Thema, eine leidenschaftliche Theatererfahrung.

Hannover. Aula der Schillerschule. Kann man beim Speed-Dating den richtigen Partner finden? Mit dieser Frage hat sich Ralf Westhoff in seinem Film „Shoppen“ beschäftigt, der Kurs Darstellendes Spiel Jahrgang 11 von Frau Szagun hat die Komödie im März auf die Bühne gebracht.

In der Speed-Dating-Show tauschten sich 16 Kandidaten, die origineller nicht sein könnten, über ihre sehnlichsten Vorstellungen aus, mit dem einen Ziel: die große Liebe zu finden.

Die Lebhaftigkeit des Theaters ist nachhaltig und es hat uns alle begeistert, seine Gestik und Mimik als Instrument zu gebrauchen, eine andere Maske überzuziehen und eine andere Perspektive anzunehmen, um eine Figur zu erschaffen.

Die Proben haben uns als Team geprägt, sodass wir als eine Einheit auf der Bühne aufgetreten sind, die den Mut jedes einzelnen einbezog, sich oben auf der Bühne, von den Scheinwerfern ausgeleuchtet, zu präsentieren.
Es war eine Erfahrung, die wir mittragen werden und an die wir uns mit Dankbarkeit erinnern.

von Karina, Jg. 11 (DS-Kurs SZA)


Wer sind wir? Heiße Singles! Was machen wir? Flirten bis zum Umfallen!
Shoppen – das Theaterstück des DS-Kurses Jg. 11 von Frau Szagun

Nach sechs Monaten intensivem Proben war es endlich vollbracht: Am Mittwoch, den 14. März und Donnerstag, den 15. März 2018 hat unser DS-Kurs das Stück „Shoppen“ aufgeführt. Das Theaterstück, das auf dem Drehbuch zum gleichnamigen Film basiert, handelt von acht Frauen und acht Männern, die bei einem Speed-Dating versuchen, neue Partner kennenzulernen. Geleitet wird das Speed-Dating von einer Moderatorin. Auch die Dates mit den Wunschpartnern werden zweiten Teil dargestellt.

Natürlich bedeutet so eine Inszenierung viel Arbeit in wenig Zeit. So mussten einige Wochenendproben angesetzt werden, die nicht gerade Freude auslösen. Viel Mühe wurde beispielsweise auch in die Neugestaltung der Rollenaufteilung und der Darstellungsform gesteckt.

Insgesamt ist durch diese Aufführung die Gruppe sehr stark zusammengewachsen, denn jeder war auf den anderen angewiesen. Auch haben wir uns die Arbeit aufgeteilt, so haben einige die Gestaltung des Programmheftes und des Plakats übernommen, während andere am Text gearbeitet haben.

Wer unser Stück nicht gesehen hat, hat ein gut inszeniertes, lustiges Theaterstück verpasst. Zwar gibt es noch den Film, aber der ist lange nicht so gut wie unsere Inszenierung. 😉 Aber wer weiß, vielleicht führen wir das Stück ja nochmal auf oder es gibt eine Fortsetzung der Dates?

von Sebastian, Jg. 11 (DS-Kurs SZA)