Biologie

Der Begriff Biologie stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet übersetzt „Wissenschaft des Lebendigen“.  Biologen erforschen Lebewesen und Lebensprozesse mit naturwissenschaftlichen Methoden in ihrer grenzenlosen Vielfalt auf verschiedenen Ebenen von der Mikrobiologie bis zur Untersuchung gesamter Ökosysteme.
Dementsprechend ist es das Credo eines modernen Biologieunterrichts mithilfe der sogenannten Kompetenzorientierung, anwendbares Wissen und Fähigkeiten zu erzeugen und nicht lediglich träges Faktenwissen reproduzieren zu lassen, das nach dem Schulaustritt in Vergessenheit gerät oder sich schnell im Internet nachlesen lässt. Dabei ist eine grundlegende Fachkenntnis jedoch immer Voraussetzung.
Die fachliche Fülle der Biowissenschaften wächst jedoch immer weiter und ist auch viel zu komplex, als dass wir sie auch nur annähernd reduziert auf die wichtigsten Aspekte im Unterricht abbilden können. Daher erarbeiten unsere Schülerinnen und Schüler inhaltliche Kompetenzen an Beispielen, die sie eigenständig auch auf andere Aspekte übertragen und sich diese so autonom erschließen können.
Einen ganz wesentlichen Bestandteil dieser Vorbereitung auf die Gesellschaftsfähigkeit bildet dabei auch die Bewertung biologischer Erkenntnisse. Als Bürger unseres demokratischen Systems werden unsere Schüler nach dem Erreichen ihrer Volljährigkeit über gesellschaftliche Kontroversen wie den Einsatz grüner Gentechnik, Abtreibungsverbote, aktive Sterbehilfe, Legalisierung suchterzeugender Substanzen, regenerative Energien und viele mehr mitentscheiden.
Daher müssen sie verstehen können, wie die Naturwissenschaft Biologie arbeitet und ihre Ergebnisse erzielt. Auch die Herangehensweise an Untersuchungen und Experimente spielen dabei eine Rolle.

Zusammenfassend lassen sich somit folgende spezifische Bildungsziele des Biologieunterrichts festhalten:

  • Konstitution eines grundlegenden Naturverständnisses:
    Wie funktioniert das Leben auf der Erde in seinem Verlauf und in seiner Geschichte?
  • Aufbau eines biologisch-anthropologischen Selbstverständnisses:
    Was sind wir Menschen als biologisch-sozial-evolvierte Wesen?
  • Einsicht in die Biologie als naturwissenschaftlicher Zugang zur Realität:
    Wie gelangen Biowissenschaften zu ihren Erkenntnissen und welche Sicherheit und Gültigkeit besitzen diese?
  • Reflexion der kulturellen Bedeutung der Biologie:
    Welche gesellschaftlichen Anwendungen und Implikationen ermöglichen die Biowissenschaften mit all ihren Potentialen und Gefahren?

Unterrichtliche Besonderheiten an der Schillerschule

  • Bilingualer Unterricht ab Jg. 9 möglich
  • Regelmäßige Expertenbesuche von Frauenärzten oder Vertretern gesundheitlicher Einrichtungen in der Mittelstufe
  • Besuch außerunterrichtlicher Lernorte und naturnaher Biotope zur Durchführung botanischer, zoologischer und ökologischer Untersuchungen wie z.B.
    • Wiesen in Schulnähe und auf dem Schulgelände
    • Die Eilenriede als Stadtwald
    • Gewässer in der Region
    • Themenbezogene Exkursionen in den Zoo, das Schulbiologiezentrum und die LifeScience Labs Hannover (unterstützt aus dem Kollegium durch Frau Freiberger)
    • Regelmäßige Teilnahme an Jugend forscht/Schüler experimentieren
  • Sekundarstufe I
  • Sekundarstufe II

Die prozessbezogenen Kompetenzen lassen sich den folgenden Kompetenzbereichen zuordnen:

  • Erkenntnisgewinnung
    • Beobachten, beschreiben, vergleichen
    • Planen, untersuchen, auswerten
    • Mit Modellen arbeiten
    • Quellen erschließen
  • Kommunikation
  • Bewertung

Kompetenzerwerb im Bereich Erkenntnisgewinnung schafft zum einen die entscheidenden Grundlagen für die eigenständige Erarbeitung neuer Erkenntnisse in der Vielfalt der Biologie, zum anderen bereitet er eine kritische Einstellung zu den Möglichkeiten und Grenzen naturwissenschaftlicher Aussagen vor, die im Sekundarbereich II schwerpunktmäßig vertieft werden. Gerade dieser Kompetenzbereich beeinflusst wesentlich die Strukturierung des Unterrichts: In vielen Fällen vollzieht der Lernprozess den naturwissenschaftlichen Erkenntnisweg nach, ausgehend von Phänomenen und daraus ableitbaren Problemstellungen über Hypothesenbildung und Versuchsplanung bis zur Versuchsauswertung und Theoriebildung. Schon in den Schuljahrgängen 5 und 6 können Elemente dieses Erkenntnisweges in einen problemorientierten Unterrichtsgang integriert werden. In den Folgejahren werden die erworbenen Kompetenzen durch die steigende Komplexität der Themen und die zunehmende Eigenständigkeit der Lernenden im Umgang mit dem naturwissenschaftlichen Erkenntnisweg ausgebaut.

Unterrichtliches und alltägliches Handeln setzt die Fähigkeit zur Kommunikation voraus. Im naturwissenschaftlichen Unterricht entwickeln die Schülerinnen und Schüler einen sicheren Umgang mit der Fachsprache. Dies geschieht im sozialen, kooperativen Miteinander, z.B. beim Experimentieren in Gruppen oder bei der Diskussion im Klassenverband, wenn es um das Verständnis und die Anwendung naturwissenschaftlicher Fachbegriffe, Erkenntnisse und Untersuchungen geht. Die Dokumentation und Präsentation von Ergebnissen trägt maßgeblich dazu bei.

Der Kompetenzbereich Bewertung ist in der Biologie eng mit Themen der Humanbiologie, Verhaltensbiologie und Ökologie verknüpft. Aktuelle Ereignisse können als Ansatzpunkt zum Kompetenzerwerb zum Anlass genommen werden.

Die Inhaltsbezogenen Kompetenzen werden nach Basiskonzepten gegliedert. Sie bieten die Möglichkeit, die große Themenfülle der Biologie zu filtern und daraus ein grundlegendes Basiswissen abzuleiten. Schülerinnen und Schülern wird so ermöglicht, in der scheinbaren Unübersichtlichkeit biologischer Phänomene eine Struktur zu erkennen, die ihnen den Zugang zu neuen Problemstellungen aus dem Bereich der Biologie erleichtern. Durch das Entdecken gleicher Erklärungsmuster an verschiedenen Phänomenen erfolgt eine vertikale Vernetzung von Themen, die zunächst zusammenhanglos erscheinen.

Eine besondere Rolle spielt dabei die Evolutionstheorie als zentrale Theorie der Biologie. Sie stellt letztlich alle Basiskonzepte in einen gemeinsamen Zusammenhang. Die Grundzüge der Selektionstheorie und die Einführung des Aspekts der Geschichtlichkeit bilden eine durchgehende Leitlinie des Biologieunterrichts.

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