Jüdisches Leben in Hannover?

Ja, das gab und gibt es durchaus. Und eines der wenigen hannoverschen Zeugnisse jüdischen Lebens bietet die Villa Seligmann in der Hohenzollernstraße. Was liegt also für die beiden Geschichts-Leistungskurse (Ros/Zac) des 12. Jahrgangs der Schillerschule näher, als dem ehrwürdigen Haus einen Besuch abzustatten und damit unsere Kenntnisse des letzten Halbjahres über die jüdische Geschichte zu vertiefen.

Zu Beginn erhielten wir eine Führung durch das Gebäude. Dabei erfuhren wir viel über die Geschichte der Villa und ihre ehemaligen Bewohner. Die Villa Seligmann wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Wohnhaus für den damaligen jüdischen Continental Direktor Siegmund Seligmann und seine Frau Johanna in einem repräsentativen Stil erbaut. 1931 schenkte der Sohn des Ehepaares das Gebäude der Stadt Hannover und eine bewegte Geschichte begann. Das Haus diente der Wehrmacht, als Bürogebäude für eine Landeseinrichtung, als Lager für das Kestnermuseum und schließlich bis 2008 als Musikschule bevor es von der Stiftung Seligmann wieder übernommen wurde und fortan als Begegnungs- und Austauschstätte dient. Zu den Veranstaltungsformaten gehören unter anderem Konzerte, Ausstellungen und Vortragsreihen mit dem Ziel, der jüdischen Geschichte und Gegenwart in Deutschland aktiv begegnen zu können.

Im anschließenden Vortrag des Historikers Prof. Dr. Peter Schulze wurde das jüdische Leben im 19. und 20. Jahrhundert aufgegriffen. Hierbei wurde sehr anschaulich dargelegt, mit welchen Herausforderungen die Juden in Deutschland konfrontiert waren und wie sich ihr Leben im Laufe der Zeit wandeln musste. Dies wurde beispielsweise anhand von Bildern zum Bau der neuen Synagoge anschaulich verdeutlicht.

Dem Vortrag schloss sich eine spannende Fragerunde mit dem Direktor der Villa Seligmann Eliah Sakakushev-von Bismarck zum jüdischen Leben in Deutschland an, die neben zahlreichen Einblicken in die Religionsausübung auch persönliche Eindrücke vermittelte.

Insgesamt war die Exkursion zur Villa Seligmann eine interessante und lehrreiche Erfahrung und eine willkommene Abwechslung, sich jenseits der Schule mit dem Judentum auseinanderzusetzen.  

Von Karl, Jg.12

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner