„Wem gehört unser Wasser?“ Rückblick auf einen Online-Workshop

Oder: „Forschen und Präsentieren“ im Corona Homeschooling (Frühjahr 2021)

Bereits im April 2021 hatten wir mit unserem PU Kurs aus dem 10. Jahrgang am Online Workshop „Wem gehört unser Wasser?“ teilgenommen. Es ging darum, an einem großen Tisch über die Grundwasserförderung in einem fiktiven Ort zu diskutieren und die Standpunkte von verschiedenen Interessengruppen zu verstehen und damit umzugehen.

Ausgangslage des Dilemmas war die Knappheit des Grundwassers, die sich besonders bei Hitze in der Trinkwasserversorgung bemerkbar macht. Eine höhere Förderung des Grundwassers würde aber die Existenz des Wald-Badeteichs gefährden. Des Weiteren gibt es auch Probleme bei der Wasserversorgung in der Landwirtschaft und es steht die Planung eines Neubaugebietes im Raum, das auch mit Wasser versorgt werden muss.

Geleitet wurde die Veranstaltung von Mitgliedern von „Interessen im Fluss“, „Schelp Mediation“ in Zusammenarbeit mit Interreg.

Zuerst haben wir in Stammgruppen Argumente erarbeitet und an dem runden Tisch hat dann ein Delegierter für die eigne Interessengruppe diskutiert. Dies ist ein sehr aktuelles Thema, weil in vielen Teilen Deutschlands der Grundwasserspiegel absinkt und dies zu fatalen Folgen führt.

Es war sehr interessant einmal in Rollen verteilt zu werden, die Meinungen vertreten, die man selbst normalerweise nicht haben würde. Beispielsweise in die Rolle eines Mitglieds einer Bürgerinitiative, der eine seltene Libellenart gesichtet hatte und diese vor dem Aussterben bewahren wollte. Insgesamt gab es folgende unterschiedliche Rollen zu vergeben:

  • A. Kaufmann, ein Projektleiter im örtlichen Wasserversorger
  • H. Göker, welcher ein Planungsbüro für ein geplantes, nachhaltiges Neubaugebiet vertrat
  • R. Obermeier, ein Abgeordneter einer Bürgerinitiative, welche sich für die Rettung des Badeteiches einsetzt
  • V. Schulze, welcher den örtlichen Bauernverband repräsentierte
  • J. Breitenbach, der für den regionalen Arbeitskreis „Kugelhausen goes for climate“ dort war

Doch das Herausarbeiten einzelner Argumente aus eben diesen Rollenkarten brachte einen dazu andere Sichtweisen auf ein Thema wahrzunehmen und nachvollziehen zu können. Als es dann am Freitag den 16.04. zum sogenannten „runden Tisch“ kam, an dem alle Meinungen und Argumente aufeinandertrafen, merkte man schnell, dass es nicht einfach sein würde eine gemeinsame Lösung zu finden. Doch darauf waren unsere Organisatoren vorbereitet, weshalb, nachdem wir uns die Argumente jeder Rolle angehört hatten zurück in unsere Stammgruppen gingen, um gemeinsam nach Lösungsansätzen zu suchen und Kompromisse zu bilden.

Danach setzten wir uns noch einmal am runden Tisch zusammen und stellten uns ebendiese Lösungsansätze vor. Da es allerdings bei einigen Ideen Widersprüche bzw. Interessenskonflikte gab und ermittelt werden sollte, welcher Ansatz der beste/am wenigsten schlechte sei, stimmten wir per Handzeichen ab.

Das Ergebnis war, dass die Bewohner selbst auf einen möglichst wassersparenden Lebensstil achten, mehr Wasserförderung aus Regenwasser vorgenommen werden sollte, um die Grundwasservorkommen zu schützen und somit für möglichst fruchtbare Böden für die ortsansässigen Bauern sorgt. Außerdem sollten von der Landesregierung im bestmöglichen Fall Anreize für Bauern geschaffen werden, Bio-Landwirtschaft zu betreiben, da diese bis zu 15% Wasser im Vergleich zur herkömmlichen Landwirtschaft spart.

Alles in allem war die Diskussion eine gute Veranstaltung, bei welcher man viel über das Diskutieren an sich, das Kompromisse finden und das Hineinversetzen in andere Ansichten nähergebracht bekommen hat.

Lorenz und Johannes, ehemalige 10c,
PU-Kurs „Wasser“ (HAH/GAE)

Die Veranstaltung wurde im Rahmen von WaterCoG entwickelt. WaterCoG (https://northsearegion.eu/watercog/ ) ist ein Interreg-Projekt, das vom Nordseeprogramm des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung der Europäischen Union gefördert wird.