Konzept für soziales Lernen

„Die Vermittlung von sozialen Kompetenzen ist das wirkungsvollste Instrument zur Verminderung jugendlichen Problemverhaltens. Sie wirkt gegen das Versagen in der Schule, Jugendkriminalität, Gewaltbereitschaft und Missbrauch von Suchtmitteln.“
Prof. Klaus Hurrelmann, Universität Bielefeld

Neben den fachlichen Inhalten will die Schillerschule aus den oben zitierten Gründen ihren Schülerinnen und Schülern ganz gezielt soziale Kompetenzen vermitteln, um damit deren Persönlichkeit zu stärken.

Wir schaffen mit unserem Konzept für unsere Schülerinnen und Schüler Gelegenheiten,

  • sich auf die Situation und die Gefühle anderer einzustellen.
  • Kontakte aufzunehmen und Beziehungen einzugehen.

Wir fördern bei den Schülerinnen und Schülern

  • die Bereitschaft, sich für andere zu engagieren und Verantwort zu übernehmen.
  • das Bewusstsein, etwas bewirken zu können und Bestätigung zu erhalten.

Wir entwickeln somit Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl.

Stark für andere:

Unter diesem Motto gibt es Angebote in allen Klassenstufen. Sie zielen darauf ab, zunächst im kleinen Rahmen, dann mit wachsender Eigenverantwortung, die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeit so einzusetzen, dass andere davon profitieren können.

Projektbeispiele:

  • Eine Klasse 5 übernimmt eine Patenschaft im Lesen und Schreiben für eine Klasse 1 der benachbarten Grundschule.
  • Die Klassen 5 nehmen über einen Zeitraum von einem Vierteljahr an einem Wahlpflichtangebot „Selbstverteidigung“ teil. Ziel dieses Unterrichtsmodul ist es, die Kinder mutig und stark zu machen, um sie so besser vor Gewalttaten zu schützen. In eigens entwickelten ‹bungen wird u.a. das Selbstvertrauen der Kinder gestärkt, das gesunde Misstrauen geschult und die Möglichkeit „Nein“ zu sagen geübt.
  • Die Klassen 5 und 6 finanzieren eine Messstation in Tschernobyl, indem sie mit selbstorganisierten Projekten (Kuchenverkauf, Torwandschießen) Geld verdienen. Etwa 1500€ müssen pro Jahr für die Unterhaltung der Messstation aufgebracht werden.
  • Ausbildung zu Streitschlichtern:
    In allen Klassen 5 wird ein Projekttag „Streiten lernen“ angeboten. Im Anschluss werden in den Klassen Streitschlichter gewählt, die in einem Training durch interne und externe Teamer zu Streitschlichtern ausgebildet werden. Sie stehen auf Anfrage von Mitschülern und Lehrern sowohl klassenintern als auch klassen- und jahrgangsübergreifend für Mediationen zur Verfügung.
  • Die Klassen 8 nehmen am Projekt „Physik für helle Köpfe“ teil. Sie erarbeiten dabei im Physikunterricht Experimente zum Thema „Optik“ und stellen dann als Experten diese Experimente Schülerinnen und Schülern aus den Klassen 4 der benachbarten Grundschulen vor.
  • Die Klassen 8 (evangelische und katholische Religionslehre) arbeiten am Diakonietag in einer Sozialeinrichtung der Kirchen mit. Das Prinzip der Nächstenliebe und Caritas wird nicht nur im Unterricht behandelt, sondern so auch konkret vor Ort erlebt.
  • Im Jahrgang 9 gehen die Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines Sozialprojektes eine Woche in einen Kindergarten, eine Kindertagesstätte, ein Seniorenheim oder eine andere soziale Einrichtung, um soziale Erfahrungen außerhalb der Schule zu machen. Das Sozialprojekt wird im Politikunterricht vorbereitet. Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren ihre Erfahrungen in einem Bericht, dessen Beurteilung  Bestandteil der Benotung ist.
  • Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 10 und 11 stellen sich freiwillig als Mentoren für die Klassen 5 zur Verfügung. Sie begleiten die Fünftklässer in den ersten Schultagen, fahren mit ihnen auf die erste Klassenfahrt nach Kirchheim und betreuen auch nach dieser Fahrt ihre Klasse bei allen Aktivitäten außerhalb des Unterrichts.
  • Im Jahrgang 11 führen die Schülerinnen und Schüler für ein halbes Jahr im Rahmen des Seminarfachs ein Sozialprojekt durch. Im Zweier- oder Dreier-Team bieten sie mit ihrer Sachkenntnis jüngeren Schülerinnen und Schülern Unterstützung an. Dabei handelt es sich um die Leitung von Arbeitsgemeinschaften, Betreuung von Hausaufgaben, Bewegungsspielen in den Mittagspausen, Sportfestgestaltung, Ausrichtung eines Lesefestes, Betreuung in der Schülerbibliothek o.ä. Auch außerschulische soziale Engagements in Kindertagesstätten werden realisiert .
  • Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe erhalten für Ihr Sozialprojekt zusätzlich zur Note ein verbal formuliertes Sozialzeugnis, mit dem Art, Umfang und Qualität des sozialen Engagements für Außenstehende dokumentiert werden.


gez. Espel

Stand Juli 2008