Das neue Schulgebäude

- Blick auf den im Bau befindlichen A-Trakt mit alter Kastanie

- Blick über die Grundmauern der Haus-meisterwohnung Richtung B-Trakt und Bahndamm

- Aula noch mit alter Bestuhlung
Im August 1958 erfolgte in Kleefeld der erste Spatenstich. Lange vorher hatte ein von der Gesamtkonferenz eingesetzter Ausschuss die letzten Neubauten von Gymnasien, Leibnizschule und Tellkampfschule, besichtigt und danach die Wünsche der Schillerschule dem Schulamt und dem Bauamt übermittelt. Um so ent-täuschter war die Konferenz, als ihr die genehmigten Pläne vorgelegt wurden, die hinsichtlich des Raumprogramms für die naturwissenschaftlichen Fächer und für den Verwaltungstrakt den Wünschen in keiner Weise entsprachen. Es bedurfte langer Verhandlungen, um die Fehlplanungen einigermaßen zu korrigieren.
Blick auf den im Bau befindlichen
Inmitten beneidenswert großer Grünanlagen entstand in -nach heutiger Terminologie- ressourcenschonender Bauweise ein großzügiger, lichtdurchfluteter Gebäude-komplex mit den für die 50er Jahre typischen großen Glasflächen, die Energiesparmaßnahmen heute so sehr erschweren. Es wurden neben zwei Pausenhöfen eine großzügige Sportaußenanlage, ein Spielplatz, eine Freilichtbühne und ein Schulgarten eingeplant. Das Gebäude in Form eines großen Kreuzes, an dessen einem Querbalken noch parallel zum Schaft ein weiterer Flügel angehängt ist, beinhaltet einen Trakt mit Fachräumen (A), zwei Klassenraumtrakte (B und D), einen Verwaltungstrakt (C) zwei Sporthallen, eine Aula und eine alles verbindende Pausenhalle.
Bei der feierlichen Einweihung am 22. August 1960, die wegen des anhaltend schlechten Wetters im Hause stattfinden musste, fanden neben den zahl-reichen Gästen und dem Kollegium mit Ehepartnern alle 900 Schüler in der großen Pausenhalle und dem Gang vor den Werkräumen, der heutigen Schülerbi-bliothek, Platz: eine einmalige Gelegenheit, die gesamte Schule so zu vereinen.
Am 6. Dezember 1961 wurde in einer Feierstunde der letzte Bauabschnitt, die Aula, eingeweiht.
1971 wurde auf dem Kieselrotplatz des Sportgeländes in der Ecke zwischen dem Baumbestand und der kleinen Sporthalle ein Pavillon mit neun Klassenräumen gebaut.
Die Pausenhalle soll durch Schmuckelemente aus der europäischen Geistesgeschichte nach den Vorstellungen des Architekten Ihlefeld einen Kontrast zu den eher funktionellschlichten Gebäuden bilden. Im rauen Gestein des Fußbodens sind Mosaike eingelassen, die am Haupteingang ein verfremdetes Alpha und am Durchgang zum
A-Trakt ein Omega zeigen, außerdem eine schräg gestellte ionische Säule mit einem germanischen Feuerrad. Darüber erhebt sich ein asymmetrisches Dach, das an eine germanische Thinghalle erinnern soll. Diese Bautechnik war in den 50er Jahren hochmodern und avantgardistisch.
SO HOCH GESTELLT IST KEINER AUF DER ERDE,
DASS ICH MICH SELBER NEBEN IHM VERACHTE.
Das Motto der Schillerschule, Friedrich Schillers „Wallensteins Tod“ entlehnt, wurde erst 1964 anlässlich des 10-jährigen Jubiläums an der Seitenwand der Halle angebracht. Bemerkenswert ist, dass der Sinnspruch so auch heute noch Bestand haben kann, da er in einer Recht-schreibung verfasst wurde, die seit 1996 wieder gültig ist.
Mit Blick auf den Cafeteriabereich sieht man unter dem Dach der Pausenhalle eine Arbeit des Kunst LK 1988 von Kunstlehrer Koord-Harm Gerdes. Ikarus stürzt ins Meer, als er mit seinen durch Wachs zusammen- gehaltenen Flügeln der Sonne zu nahe kommt. Weitere Arbeiten von Gerdes-Kunstkursen sind die Tische in der Pausenhalle, die Schillerdarstellung rechts vom Durchgang zum Verwaltungstrakt, die Sportsequenzen im Gang zu den Sporthallen sowie die Türen im Pavillon und an weiteren Stellen im Schulgebäude.

- Grundriss des Neubaus der Schillerschule








